
WETTERAUER ARCHITEKTUR
Walter-Schweter-Haus Lahnstein
Altbausanierung und Umnutzung in Lahnstein

Das im Jahr 1828 errichtete Forsthaus in Lahnstein wurde über viele Jahrzehnte hinweg als Hotel und Gaststätte genutzt. Nach dem Ende dieser Nutzung stand es mehrere Jahre leer und entwickelte sich zunehmend zu einem markanten, aber ungenutzten Bestandteil der Kulturlandschaft zwischen Rhein und Lahn. Es ist vielen auch als Walter-Schweter-Haus bekannt, da eine Gedenktafel an den hier zeitweise lebenden Heimatschriftsteller Walter Schweter erinnert.
Im Rahmen der Planung wurde ein Konzept entwickelt, das die Umnutzung des ehemaligen Hotel- und Gaststättengebäudes zu einem Wohngebäude vorsieht. Neben der Neuordnung der Grundrisse umfasst die Planung die energetische Modernisierung, die barrierefreie Erschließung und die behutsame Weiterentwicklung der vorhandenen Bausubstanz. Ziel ist es, dem historischen Gebäude eine langfristige Perspektive zu geben und gleichzeitig modernen Wohnraum zu schaffen.

Über viele Jahrzehnte war das 1828 errichtete Gebäude als Hotel- und Gaststätte ein bekanntes Ausflugsziel oberhalb von Lahnstein zwischen Rhein- und Lahntal. Nach mehreren Jahren Leerstand sollte das Gebäude wieder genutzt werden. Die Bausubstanz sollte dabei erhalten, zukunftsfähig gemacht und das Gebäude weiterentwickelt werden. Neben der Neuordnung der Grundrisse umfasst die Planung die energetische Sanierung, die barrierefreie Erschließung sowie die Aufwertung bislang ungenutzter Bereiche des Gebäudes.
Ein Gebäude kann nur dann dauerhaft erhalten bleiben, wenn es sich an neue Anforderungen anpassen lässt. Genau darin liegt die Herausforderung beim Bauen im Bestand. So entsteht aus einem ehemaligen Hotel- und Gaststättengebäude durch eine neue Nutzung moderner Wohnraum, ohne dass die historische Identität des Gebäudes aufgegeben wird.
Die Umnutzung zu mehreren Wohnungen, die energetische Sanierung und die barrierefreie Erschließung sind die Grundlage für die nachhaltige Zukunft des Gebäudes.

Bei einem Gebäude dieser Größe und Vorgeschichte reicht eine neue Grundrissidee allein nicht aus. Nutzungsänderung, Erschließung, energetische Anforderungen und technische Modernisierung müssen gemeinsam betrachtet werden.
Die Bearbeitung der Leistungsphasen 1 bis 5 stellt sicher, dass die Entscheidungen aus der frühen Planung bis in die baulichen Details weitergeführt werden.


Vorher

Vision für Nachher mit barrierefreiem Eingang
Die vorhandene Erschließung ist nicht auf eine barrierefreie Wohnnutzung ausgelegt. Aufgrund von Höhenunterschieden und der bestehenden Gebäudestruktur sind deshalb zusätzliche Lösungen erforderlich. Für den Innenhof sind eine Rampenanlage und ein Personenaufzug geplant. Beide Maßnahmen werden in das Erschließungskonzept integriert und ermöglichen einen weitgehend barrierefreien Zugang zu den Wohnbereichen.
Gerade bei historischen Gebäuden lässt sich Barrierefreiheit häufig nicht durch eine einzelne Maßnahme herstellen. Erforderlich ist eine Planung, die Zugänge, Höhenlagen, Bewegungsflächen und die innere Erschließung zusammen betrachtet.

Auch die energetische und technische Ausstattung des Gebäudes muss an die neue Nutzung angepasst werden. Im Erdgeschoss ist der Einbau einer Fußbodenheizung in Kombination mit einer zusätzlichen Bodendämmung vorgesehen. Darüber hinaus werden sämtliche Fenster erneuert. Diese Maßnahmen verbessern den energetischen Standard und erhöhen zugleich den Wohnkomfort.
Die Planung konzentriert sich auf gezielte Eingriffe in den Bestand. Bauteile werden nicht allein deshalb entfernt, weil sie aus einer früheren Nutzung stammen. Ausschlaggebend ist, ob sie sich technisch, räumlich und funktional in das neue Konzept integrieren lassen.
Leerstehende Hotels, Gaststätten und andere ehemals gewerblich genutzte Gebäude lassen sich nur selten ohne Weiteres zu Wohnraum umnutzen. Die vorhandenen Grundrisse, die Erschließung und die Genehmigungssituation unterscheiden sich deutlich von einem klassischen Wohngebäude.
Beim Forsthaus in Lahnstein und beim Bauen im Bestand werden diese Faktoren nicht getrennt voneinander behandelt. Nutzungskonzept, Umbauplanung, Barrierefreiheit, energetische Modernisierung und Bauantrag bilden eine zusammenhängende Planungsaufgabe.
Dadurch entsteht eine belastbare Grundlage für die weitere Entwicklung und eine neue Nutzungsperspektive für ein Gebäude, das zuvor über längere Zeit leer steht.
